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Die Idee des Bausparens

Das kollektive Sparen ist heute wie früher die Brücke zum Wohneigentum. Bereits 200 vor Christus wurden in China erste Spargemeinschaften gegründet. Die erste Bausparkasse entstand 1775 im englischen Birmingham. 1885 gründete der Bielefelder Pastor Friedrich von Bodelschwingh die erste deutsche „Bausparkasse für Jedermann“. Seit den 1920ern setzte sich die Bausparbewegung in Deutschland durch. Heute besitzt fast jeder zweite deutsche Haushalt einen Bausparvertrag. Allein Schwäbisch Hall zählt mehr als sieben Millionen Kunden.

Die Grundidee des Bausparens ist die Hilfe zur Selbsthilfe: Bei einer Bauspargemeinschaft zahlen viele Sparer in einen „Topf“ und finanzieren aus den eingezahlten Mitteln später ihre Darlehen. Der klassische Bausparvertrag ist demnach ein kombinierter Spar- und Darlehensvertrag, bei dem die Bauherren einen Teil ihrer Bausparsumme ansparen und bei der so genannten „Zuteilung“ den Rest als Darlehen erhalten. Ein großer Vorteil: Bei Vertragsabschluss stehen Spar- und Darlehenszinsen für die gesamte Laufzeit fest.

Die Rahmenbedingungen sind im Bausparkassengesetz geregelt. Dieses Regelwerk definiert auch die so genannten „wohnwirtschaftlichen Verwendungsmöglichkeiten“ des Bauspardarlehens. Dazu gehören neben dem Bau oder Kauf von Wohnhäusern auch Umbau und Modernisierung. Der Erwerb von Bauland, die Baulanderschließungskosten sowie die Ablösung von Baufinanzierungskrediten gelten ebenfalls als wohnwirtschaftliche Verwendung.

Gerechte Zuteilung der Bausparmittel

Bei der Zuteilung erhalten die Bausparer das bis dahin angesparte Guthaben verzinst zurück, meist die Hälfte der abgeschlossenen Bausparsumme. Ab diesem Zeitpunkt können sie nach Beleihungs- und Bonitätsprüfung über ihr Bauspardarlehen verfügen, meist ist das die zweite Hälfte der Bausparsumme.

Die staatliche Förderung des Bausparens

Die Sicherheit der Zinsen und die Verwendung der Mittel für die eigenen vier Wände sind Gründe, weshalb das Bausparen vom Staat gefördert wird. Der Fiskus honoriert eigene Sparleistung bis zu 700 EUR bei Alleinstehenden (Verheirateten maximal 1.400 EUR) mit 10 Prozent Wohnungsbau-Prämie. Ledige können damit jährlich 70 EUR, Verheiratete bis zu 140 EUR an Wohnungsbau-Prämie erhalten, wenn ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 35.000 EUR (Verheiratete: 70.000 EUR) nicht übersteigt. Bei Verheirateten (zwei Arbeitnehmer) mit zwei Kindern kann der Bruttoarbeitslohn ab 2021 bis zu 107.000 EUR betragen.

Zusätzlich zu den eigenen Sparbeträgen können auf dem Bausparvertrag die vermögenswirksamen Leistungen angelegt werden. Der Staat fördert maximal 470 EUR pro Jahr und Arbeitnehmer mit 9 Prozent Arbeitnehmer-Sparzulage. Auch hier gelten Einkommensgrenzen: Das zu versteuernde Einkommen darf maximal 17.900 EUR bei Alleinstehenden bzw. 35.800 EUR bei Verheirateten oder 50.512 EUR bei Verheirateten mit zwei Kindern betragen.

Die Riester-Zulage für jeden rentenversicherungspflichtigen Erwachsenen beträgt 175 EUR pro Jahr und Vertrag. Für jedes kindergeldberechtigte Kind zahlt der Staat 300 EUR (185 EUR für jedes vor 2008 geborene Kind). Junge Menschen bis zum 24. Lebensjahr erhalten bei Vertragsabschluss einmalig einen Berufseinsteigerbonus von 200 EUR. Für die volle Riester-Zulage müssen zusammen mit den staatlichen Zulagen vier Prozent des beitragspflichtigen Vorjahreseinkommens auf den Riester-Vertrag eingezahlt werden, maximal 2.100 EUR. Ein zweiter Baustein der Riester-Förderung ist die steuerliche Förderung: Riester-Sparer können ihre Einzahlungen bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 EUR beim Finanzamt als Sonderausgaben geltend machen. Dabei gelten keine Einkommensgrenzen. Auch die Verbraucherschützer der Stiftung Warentest empfehlen Wohn-Riester (Finanztest, Ausgabe 11/17): „Ein Riester-Bausparvertrag bleibt erste Wahl für Sparer, die mittel- bis langfristig in die eigenen vier Wände ziehen wollen.“

Lesen Sie mehr über das Bausparen im Themendossier.

Stand: März 2020

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