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Trend gegen fremd

Wie soziale Netzwerke Nachbarn verbinden können

Zu einem Gefühl von Heimat gehört ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft. Diese Aussage teilen vier von fünf Deutschen laut Nachbarschaftsstudie der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Lokale soziale Netzwerke versuchen, dem Nachbarschaftsgedanken digital auf die Sprünge zu helfen. Warum sich in vielen Stadtteilen ein Beitritt lohnen kann, erklärt Carolin Großhauser von der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Wer kennt das nicht: Am Sonntag fehlen Eier für das Frühstück oder ein Päckchen Backpulver für den Kuchen. Wer dann Hilfe sucht, findet sie schnell beim Nachbarn. Der Wunsch nach Austausch ist in deutschen Nachbarschaften weiterhin groß: So nennen Befragte der Nachbarschaftsstudie gegenseitige Unterstützung, Gefällig­keitsdienste sowie gemeinsame Feiern als wünschenswert.

Umzug als Ausgangspunkt

Der Berliner Christian Vollmann sieht das genauso. Ein Umzug gab ihm die Idee zur Gründung eines sozialen Netzwerks, das Nachbarn hilft, zueinander zu finden. Seit 2015 verzeichnet nebenan.de immer mehr deutsche Nachbarschaften digital. Hierbei handelt es sich nicht um einen Versuch, Facebook und Co. Konkurrenz zu machen. Das erklärte Ziel ist, echte Menschen aus derselben Straße oder dem gleichen Viertel miteinander zu vernetzen. Den ehemaligen deutschen Konkurrenten WirNachbarn hat nebenan.de aufgekauft. Seit 2017 wirbt auch das US-amerikanische Portal Nextdoor um deutsche Nachbarn.

Mehr als Kleinanzeigen

Auf den ersten Blick muten beide Portale wie gut organisierte, lokale Tauschbörsen an, doch die sozialen Netzwerke bieten darüber hinaus die Möglichkeit zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. Gruppen laden beispielsweise dazu ein, gemeinsam Yoga zu betreiben oder ein A-Cappella-Ensemble zu gründen. Besonders verbreitet sind monatliche Stammtreffen einzelner Stadtteile. „Eine tolle Gelegenheit, die eigene Hemmschwelle zu überwinden und neue Kontakte zu knüpfen“, findet Großhauser. Das Besondere: Nutzer sind online ihrer echten Nachbarschaft zugewiesen und können nur von dieser kontaktiert werden. Ein großer Gegensatz zu üblichen sozialen Medien. Eigenen Angaben beider Portale zufolge wurden bereits tausende Stadtteile erschlossen. Mitglieder von nebenan.de sind im Schnitt 42 Jahre alt und überwiegend weiblich.

Online-Netzwerk als Türöffner

Obwohl der erste Schritt ein Klick bleibt, soll keine digitale Barriere entstehen. Im Gegenteil: Geprüfte Identitäten und räumliche Nähe schaffen zwischen den Nutzern schnell Vertrauen. Respekt ist vorprogrammiert – man könnte sich schließlich auf der Straße oder gar im Hausflur begegnen. Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert, meldet sich mit Klarnamen und genauer Adresse an. Die anschließenden (teilweise TÜV-geprüften) Authentifizierungsstufen überzeugen auch datenschutzsensible Nutzer. Zusätzlich verschleiern Voreinstellungen außerhalb der Hausgemeinschaft Hausnummer und Nachnamen.

„Vor allem in Großstädten, wo man sich nicht regelmäßig über den Weg läuft und bei allen persönlich vorstellen kann, können beide Netzwerke eine Hilfe sein, die eigene Nachbarschaft besser kennenzulernen. Das hindert natürlich nicht daran, weiter Bekanntschaften offline zu knüpfen. Der erste Schritt fällt vielen aber online leichter“, so die Schwäbisch Hall-Expertin.

Kontakt

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Karsten Eiß
Kathrin Milich, Referentin Presse und Information bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall)
Kathrin Milich