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Großstadtcowboy oder Landlustliebender – welcher Typ sind Sie?

Die Deutsche Post veröffentlicht alljährlich einen „Glücksatlas“, der sich mit dem Wohlergehen der Deutschen beschäftigt: Durch welche Faktoren wird unser Glück beeinflusst, wo leben die glücklichsten Menschen, und wie hat sich unsere Lebenszufriedenheit in den letzten Jahren entwickelt? Ein Blick in die Studie lohnt sich, denn sie zeigt, dass dort, wo das Leben in langsameren Bahnen verläuft als in Berlin, München oder Hamburg, die Menschen seit nunmehr fünf Jahren am zufriedensten sind: In Schleswig-Holstein. Das zu verallgemeinern wäre vermessen, ist doch die Entscheidung für Stadt oder Land sehr individuell und abhängig von der Lebenssituation, den Neigungen und auch den Zwängen – allen voran der Arbeit. Und hat nicht zwangsläufig etwas zu tun mit der daraus resultierenden Zufriedenheit.

Die Nachbarschaftsstudie der Bausparkasse Schwäbisch Hall stellt fest, dass auf dem Dorf die Nachbarschaften besser funktionieren. Wer ländlich wohnt, legt offenbar mehr Wert auf eine gute, funktionierende Beziehung zum Nachbarn als ein Stadtbewohner. Außerdem sind Menschen, die auf dem Land wohnen zufriedener mit ihrer Nachbarschaft (58%) als Einwohner städtischer Gebiete (49%).

Vielleicht kommt man mit der Bildung von Land- und Stadt-Stereotypen am weitesten: Landkinder sind tendenziell Familienmenschen, haben Haustiere, vielleicht sogar ein paar Hühner. Sie tendieren zum Eigenheim, gerne mit Garten, in dem sie sich auch mit Freude betätigen. Sie sind weniger konsumorientiert, stattdessen haben sie Hobbies, die oft mit der Dorfgemeinschaft zu tun haben oder in der Natur stattfinden. Landmenschen brauchen einen festen Platz, freuen sich über die Nähe zur Natur und eine Gemeinschaft, in der sie verankert sind. Auf dem Land erleben sie das Gefühl von Heimat und Geborgenheit am ehesten. Dafür nehmen sie längere Pendelstrecken zum Arbeitsplatz in Kauf.

Der Prototyp Stadtmensch liebt kurze Wege zur Arbeit oder zu Freunden, verbringt aber viel Zeit im Stau oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Er sucht eine gute Auswahl an Restaurants, Shops, Museen und Bars. Soziale Kontrolle ist ihm ein Graus, lieber lebt er anonym und sucht sich bewusst und gezielt seine Freunde, seine Szene aus. Städter wollen frei sein, flexibel, spontan, und sie haben keine Zeit zu verschenken. Darum muss ihr Alltag reibungslos und ohne viel Aufwand funktionieren. Das klappt am besten in der Stadt, wo die Infrastruktur gut ist. Raus in die Natur kann man ja am Wochenende.

Und dann gibt es noch die, die das Beste aus zwei Welten suchen: Die gute öffentliche Infrastruktur in der Metropolregion und die Ruhe und Übersichtlichkeit auf dem Land. Schnell im Grünen sein, aber auch einigermaßen schnell beim Shoppen, im Kino und mit Freunden in einer Bar. Diese „Unentschlossenen“ nehmen dafür sogar in Kauf, dass der Gehsteig gefegt und die Hecke geschnitten sein muss und dass die Weihnachtsbeleuchtung des Nachbarn die Geschmacksgrenzen weit überschreitet. Diese Menschen leben zum Beispiel in einem Reihenhäuschen am Stadtrand – die Speckgürtel um Berlin oder München sind ihre Heimat.

Genauso wie es die Landflucht gibt, ist das Comeback ländlicher Räume als Gegentrend zur Globalisierung ein Fakt. Diese Gegenbewegung, raus aus der Stadt, ist für einige die idealistischere Wanderungsbewegung. Diese Menschen können sich frei entscheiden, sie verlassen die Städte nur ganz selten aufgrund äußerer Zwänge. Sie suchen mehr Platz, mehr Ruhe, ein behütetes Aufwachsen für ihre Kinder. Zwingend kann allerdings der Kostenfaktor wirken: Bezahlbaren Wohnraum findet man häufig nicht mehr in den Metropolen, sondern in den Randgebieten und auf dem Land.

Für die ländlichen Regionen ist diese Entwicklung eine Chance. Immer wieder liest man von Familien, die die Münchner Lebenshaltungskosten satthaben und nach Oberfranken oder in den Bayerischen Wald ziehen, wo sie nicht nur gut leben können, sondern auch noch eine Gemeinschaft finden, in der man sich kennt, füreinander einsetzt und gemeinsame Ziele verfolgt. Ähnliches geschieht bereits in den Landkreisen um den Großraum Berlin. Wer dieses Lebensgefühl vermisst, ist auf dem Land mit Sicherheit gut aufgehoben.

Kontakt

Siegfried Bauer
Sebastian Flaith
Carolin Großhauser
Karsten Eiß
Kathrin Milich, Referentin Presse und Information bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall)
Kathrin Milich