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Die wichtigsten Fragen rund um Wohn-Riester

Was ist Wohn-Riester überhaupt?

Die oft als „Wohn-Riester“ bezeichnete Eigenheimrente ist ein Programm, mit dem der Staat den Bau oder Kauf von selbst genutztem Wohneigentum fördert. Ziel der Förderung ist es, Anreize für eine zusätzliche private Altersvorsorge zu schaffen.

Wer ist Wohn-Riester-förderberechtigt?

Förderberechtigt sind fast alle Bundesbürger. Dazu zählen alle Pflichtmitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung sowie Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst. Auch Arbeitslose und Kindererziehende erhalten die Riester-Förderung. Selbstständige kommen in den Genuss der Förderung, wenn sie freiwillig gesetzlich versichert sind. Eine Sonderregelung gilt für Ehepaare: Ist nur ein Ehepartner förderberechtigt, erhält auch der andere die Riester-Förderung, wenn er selbst einen Riestervertrag abgeschlossen hat, vom Ehepartner nicht dauernd getrennt lebt und der förderberechtigte Ehepartner seinen Vertrag aktiv bespart.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Zulage setzt sich zusammen aus Grund-Zulage und Kinder-Zulage. Die Grund-Zulage beträgt jährlich 175 Euro für Alleinstehende bzw. 350 Euro bei Verheirateten mit zwei Verträgen. Die Kinderzulage beträgt 300 Euro, bzw. für Kinder, die vor 2008 geboren wurden 185 Euro. Jugendliche unter 25 Jahren erhalten einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 EUR. Für die Riester-Förderung gelten keine Einkommensgrenzen. Die volle Riester-Zulage erhält, wer vier Prozent seines beitragspflichtigen Vorjahres-Einkommens, maximal 2.100 EUR inklusive Zulagen, auf einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag anlegt. Förderberechtigte ohne beitragspflichtiges Vorjahreseinkommen müssen einen Mindestbeitrag von 60 EUR einzahlen. Zu den Förderungen können handfeste Steuervorteile hinzukommen. Riester-Sparer können ihre Einzahlungen bis zu 2.100 EUR (inklusive Zulage) als Sonderausgaben geltend machen. Das Finanzamt prüft anschließend automatisch, ob der Sparer über die Zulagen hinaus zusätzliche Steuervorteile erhält und berücksichtigt diese bei der Steuerveranlagung.

Wofür darf die Förderung verwendet werden?

Gefördert wird der Bau oder Kauf einer Immobilie und seit 2014 der Barriere-reduzierende Umbau. Zudem ist es in der Ansparphase jederzeit möglich, Mittel zu entnehmen und damit vorzeitig zu entschulden. Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch der Erwerb von Genossenschaftsanteilen und Wohnrechten gefördert.

Grundsätzlich ist immer zu beachten, dass die Immobilie

  • selbst genutzt werden muss,
  • im Inland, in der EU oder einem Staat, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Abkommen) anwendbar ist, liegt
  • und den Hauptwohnsitz des Zulagenberechtigten darstellt.

Eigenheimbesitzer, die ihre geförderte Immobilie nicht weiter zu eigenen Wohnzwecken nutzen, müssen den Gegenwert des Wohnförderkontos innerhalb von zwei Jahren vor der Aufgabe der Selbstnutzung oder innerhalb von fünf Jahren danach in eine andere selbst genutzte Immobilie investieren. Andernfalls gilt die Aufgabe der Selbstnutzung als förder-schädliche Verwendung. In diesem Fall ist der Betrag auf dem Wohnförderkonto mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Ein Umzug aus beruflichen Gründen erlaubt die vorübergehende Aufgabe der Immobilie als Erstwohnsitz. Die Wohnung muss jedoch bis zum 67. Lebensjahr wieder bezogen werden.

Müssen die Einkünfte versteuert werden?

Alle Riester-Produkte unterliegen der sogenannten nachgelagerten Besteuerung, d.h. sie werden beim Eintritt in den Ruhestand zum dann gültigen Steuersatz versteuert. Bei Wohn-Riester wird – anders als bei den Geld-Riester-Produkten – das Geld bei Eintritt in den Ruhestand nicht ausgezahlt, da es in der Regel bereits zum Erwerb des Eigenheims verwendet wurde. Die Bausparkassen führen daher zur Berechnung der Steuerschuld je Kunde ein Wohnförderkonto, in dem das in der Immobilie gebundene und steuerlich geförderte Altersvorsorgekapital erfasst wird. Die eingestellten Beträge werden mit einem Zinssatz von zwei Prozent je Kalenderjahr bis zum Beginn der Auszahlungsphase verzinst. Bei der nachgelagerten Besteuerung haben die Förderberechtigten ein Wahlrecht: Sie können zwischen einer gleichmäßigen, jährlichen Verteilung der Steuerschuld bis zum 85. Lebensjahr und einer Einmalbesteuerung wählen. Wenn sie die Steuern auf einmal begleichen, erhalten sie einen Abschlag von 30 Prozent.

Kontakt

Siegfried Bauer
Sebastian Flaith
Carolin Großhauser
Karsten Eiß
Kathrin Milich, Referentin Presse und Information bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall)
Kathrin Milich