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Klimawandel: Der Handlungsdruck wächst

Wie ein Beleg für die Erderwärmung wirken die Bilder der extremen Wetterereignisse, die den Menschen in diesem Sommer rund um den Globus zu schaffen gemacht haben. Damit erhöht sich auch der Handlungsdruck auf Politik und Wirtschaft, endlich wirksame Konzepte zum Erreichen der Klimaziele bis 2045 umzusetzen. Ein Schlüssel dafür liegt in der Frage, wie wir heute und in Zukunft bauen und wohnen. Denn: Immobilien gehören zu den größten Energieverbrauchern und CO2-Verursachern in Deutschland.

Hebel für Klimaschutz nutzen

Schwäbisch Hall ist die größte deutsche Bausparkasse und gehört zu den führenden Baufinanzierern in Deutschland. Unsere sieben Millionen Kundinnen und Kunden leisten einen signifikanten Beitrag zur CO2-Reduzierung – beim Neubau und bei der energetischen Ertüchtigung von Bestandsimmobilien. Ein Einsatz, der nicht nur das Klima schützt, sondern sich durch sinkende Energieverbräuche auch finanziell für jeden einzelnen Immobilienbesitzer lohnt. Mehr als 500.000 Tonnen CO2 vermeiden Schwäbisch Hall-Kunden bereits jährlich, indem sie energieeffizient bauen oder sanieren. Aber die Transformation hin zum klimaneutralen Wohnen kann nur gemeinsam gelingen. Hier sind wir alle gefragt: Immobilienbesitzer, Politik und Wirtschaft. Schwäbisch Hall setzt als Mitglied der Stiftung 2° auf gemeinsames Handeln für die Klimawende. Zusammen mit mehr als 30 weiteren Unternehmen setzen wir uns dafür ein, die Umsetzung der ambitionierten Klimaziele zu unterstützen.

Kreislaufwirtschaft als Schlüssel

Konkret müssen wir schon bei der Planung neuer Gebäude den gesamten Lebenszyklus im Blick haben. Denn die Klima- und Umweltbelastung von Immobilien hängt nicht nur von einem möglichst energieeffizienten Betrieb ab. Auch der Verbrauch von Ressourcen oder die Recyclingfähigkeit der Baumaterialien müssen stärker ins Bewusstsein rücken. Obwohl unsere Gebäude eine schnell zugängliche Lagerstätte für Rohstoffe sind, findet die Nutzung dieser Ressourcen beim Bauen noch viel zu wenig Beachtung. Hier müssen wir ran! 53 Prozent des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland entsteht im Bausektor. Auch die CO2-Bilanz ist nicht besser: Allein die Zementindustrie ist weltweit für acht Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich – mehr als der globale Flugverkehr verursacht. Lösungsansätze bieten innovative Baustoffe wie Carbonbeton oder der Öko-Zement Celitement mit halben CO2-Ausstoß. Außerdem helfen natürliche Rohstoffe: Während das Baumaterial Beton CO2 verursacht, bindet Holz schädliche Emissionen – in einem Einfamilienhaus aus Holz sind es zwischen 40 und 80 Tonnen CO2. Das zeigt: Wer heute baut oder modernisiert, kann durch verantwortungsvolle Entscheidungen einen signifikanten Beitrag leisten.

Klimawende mit Immobilien: Drei Forderungen

Die Politik kann dabei helfen. Denn ob Sanierung oder Neubau: Wir brauchen schlüssige und verbindliche Rahmenbedingungen für Immobilieneigentümer.

Drei Punkte sind aus meiner Sicht besonders wichtig:

  • Erstens, wir brauchen im Wohngebäudebereich eine auf die Minderung von Treibhausgasemissionen ausgerichtete Förderung. Nicht jede Modernisierung zahlt auf die Klimaziele ein, sollte es künftig aber, wenn wir die Klimaneutralität  im Wohngebäudebestand in den verbleibenden 24 Jahren erzielen wollen.
  • Zweitens muss eine effektive CO2-Bepreisung als Lenkungsinstrument im Mittelpunkt der künftigen Klimapolitik stehen. Dabei dürfen wir die soziale Perspektive nicht vernachlässigen. Einnahmen aus der CO2-Steuer müssen auch dafür verwendet werden, die Belastungen für Eigentümer und Mieter abzufedern, zum Beispiel mit verteilungspolitischen Instrumenten wie einem höheren Wohngeld oder über die Abschaffung der EEG-Umlage.
  • Nicht zuletzt muss der Förderdschungel weiter gelichtet werden. Immobilieneigentümer brauchen Klarheit, Transparenz und Orientierung, wenn sie in die energetische Qualität ihrer Gebäude investieren sollen. Nur so kann die energetische Sanierung des Gebäudebestands gelingen.

 

#Hausmeinung von Reinhard Klein, Vorsitzender des Vorstands der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit bei Schwäbisch Hall lesen Sie auf unseren Nachhaltigkeits-Webseiten. Mehr zum CO2-neutralen Bauen und Wohnen lesen Sie in unserem Themendossier.

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