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Klimawende: Der Hebel liegt im Bestand

2050 ist die Zielmarke. Bis dahin soll Deutschland weitgehend CO2-neutral werden – so der Klimaplan der Bundesregierung. Immobilien zählen zu den größten CO2-Verursachern in Deutschland und spielen deshalb eine Schlüsselrolle zum Erreichen der Klimaziele. Denn: Sieben von zehn Wohnungen sind älter als 40 Jahre und damit vor der ersten Wärmeschutzverordnung gebaut. Sie verbrauchen bis zu fünf Mal mehr Energie als Neubauten. Der Hebel für die Klimawende liegt also im Bestand – in den Millionen bereits vorhandenen Wohnimmobilien. Hier müssen wir anpacken, wenn die Klimawende gelingen soll.

Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Erstens, CO2 reduzieren. Das gelingt durch Sanierungsmaßnahmen, die helfen Heizenergie einzusparen: Also, Außenhülle dämmen, Dreifachverglasung, Heizungsunterstützung durch Solarthermie. Zweitens, CO2 substituieren, also ersetzen. Dafür müssen fossile Energieträger wie Öl oder Gas ausgetauscht und stattdessen moderne Heizanlagen mit erneuerbaren Energieträgern eingebaut werden.

Wie ist der Stand der Dinge? Schon heute zeigt sich: Wir haben erheblichen Nachholbedarf. Die Sanierungsquote im Gebäudestand müsste sich dringend verdoppeln, besser noch verdreifachen. Klar ist aber auch: Es wird teuer. Je nach Szenario bewegen sich die entstehenden Mehrinvestitionen in einer Bandbreite von ca. 500 bis mehr als 1.000 Milliarden Euro bis 2050 im Gebäudesektor insgesamt. Die Kernfrage: Wer soll das bezahlen?

Studie zeigt: Förderung wirkt

Mit dem Klimapaket der Bundesregierung stehen seit 2020 neue Förderinstrumente bereit, die Immobilienbesitzer unterstützen und das Sanieren schmackhaft machen sollen. Und es zeigt sich: Die Förderinstrumente wirken. Wir haben Immobilienbesitzer befragt: Sechs von zehn haben angesichts der aktuellen Förderung vor, Maßnahmen zur Verbesserung der Klimabilanz durchzuführen. Vor allem die so genannte Abwrackprämie für alte Ölheizungen stößt auf Interesse: Fast 75 Prozent der Befragten halten den Austausch der alten Heiztechnik für besonders relevant. Und in der Tat liegt in der Heizung der mit Abstand größte Hebel für Privatpersonen, wenn es um das Einsparen von CO2 geht. Das Bundesumweltamt rechnet vor: Ein 4-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus kann bis zu 10 Tonnen CO2 jährlich sparen kann, wenn er die alte Ölheizung durch eine CO2-neutrale Heiztechnik ersetzt und zum Beispiel eine Wärmepumpe mit Ökostrom installiert.

Der Weg der Bundesregierung – mit einer attraktiven Förderung einerseits und dem Einstieg in die CO2-Bepreisung ab nächstem Jahr andererseits – ist also richtig: Wer jetzt handelt, profitiert von einer sehr attraktiven Förderung. Wer abwartet, zahlt einen zunehmend höheren Energiepreis. Unsere Kunden helfen bereits heute schon kräftig mit: Sie sparen pro Jahr mehr als eine halbe Million Tonnen CO2 durch die Sanierung und den Bau effizienter Häuser ein, das haben wir gemeinsam mit der Universität Stuttgart berechnet. Zum Vergleich: Das ist so viel CO2 wie die 55.000 Einwohner von Baden-Baden pro Jahr ausstoßen. Gemeinsam haben wir die Chance, die Klimaziele zu erreichen. Aber es gibt noch viel zu tun, aufzuklären und natürlich zu finanzieren.

#Hausmeinung von Reinhard Klein, Vorsitzender des Vorstands der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG

 

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit bei Schwäbisch Hall lesen Sie auf unseren Nachhaltigkeits-Webseiten. Mehr zum CO2-neutralen Bauen und Wohnen lesen Sie in unserem Themendossier.

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