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Werft die Fossile aus dem Keller!

Keine Frage: Die Corona-Krise hält uns alle in Atem. Noch können wir nicht sicher sagen, welche Auswirkungen sie auf Wirtschaft und Gesellschaft haben wird. Aber auch wenn‘s uns momentan schwerfällt: Die andere große Krise dürfen wir nicht vergessen, denn auch sie ist bereits Realität – die Klimakrise.

Auch hier machen die Zahlen betroffen. Allein die Gebäudewärme für Wohn-, Dienstleistungs- und Industriegebäude in Deutschland verursacht pro Jahr 190 Millionen Tonnen CO2. Bis 2050 soll dieser Ausstoß annähernd auf Null zurückgefahren werden. Mit dem bisherigen Tempo ist das nicht zu schaffen.

Wenn wir die Klimawende hinbekommen wollen, dürfen wir jetzt keine Zeit mehr verlieren."
Sebastian Flaith, Pressesprecher bei Schwäbisch Hall

Aber wir können einen ersten Schritt schnell umsetzen und einen Turboeffekt auslösen. Der Leitspruch lautet: Substitution vor Reduktion. Also: Nicht nur weniger fossile Energie verbrauchen, sondern am besten gleich die fossile Energie durch klimaneutrale ersetzen. Also: Jetzt alte Ölheizung raus aus dem Keller, Wärmepumpe oder Biomasseheizung rein! Neue Fenster, Dach- und Fassadendämmung können später folgen. Denn: Der Austausch der fossilen Heiztechnik durch eine klimaneutrale Variante hat einen sofortigen Effekt auf die CO2-Bilanz.

Die Heizung ist der größte CO2-Hebel

Das Umweltbundesamt hat es vorgerechnet: Ersetzt ein 4-Personen-Haushalt in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus seine mehr als 20 Jahre alte Ölheizung durch ein CO2-neutrales Heizsystem, kann er jährlich rund zehn Tonnen CO2 einsparen. Das ist für Privatpersonen der größte Hebel, um die persönliche CO2-Bilanz zu senken.

Jedes Jahr, das wir damit länger warten, verteuert unsere Öl- und Gasrechnung. Denn fossile Heiz- und Kraftstoffe werden ab 2021 schrittweise teurer. Der CO2-Preis wird zunächst bei 25 EUR pro Tonne liegen, bis 2025 werden es 55 EUR sein. Konkret heißt das: Hauseigentümer, die in einem durchschnittlichen 150m²-Haus mit rund 2.000 Litern Heizölverbrauch leben, müssen von 2021 bis 2025 Zusatzkosten von insgesamt 1.200 EUR einkalkulieren. Ab 2025 dürften die CO2-Preise dann noch weiter steigen.

Fossile Brennstoffe werden also verteuert, gleichzeitig ersetzt der Staat bis zu 45 Prozent der Anschaffungskosten einer klimaneutralen Heizanlage. Mit anderen Worten: fast die Hälfte! Wer Dach oder Fassade dämmt, kann jetzt Steuerermäßigungen bis zu 40.000 EUR erhalten. Auch hier war die Förderung noch nie so lukrativ wie heute.

Also: Wenn wir die Klimawende hinbekommen wollen, dürfen wir jetzt keine Zeit mehr verlieren. Wenn wir jetzt nicht mindestens den ersten Schritt tun, werden wir die gesteckten Ziele nicht erreichen. Dann bezahlen alle die monetären und klimapolitischen Folgekosten. Deshalb: Werft die Fossile aus dem Keller!

#Expertenmeinung von Sebastian Flaith, Presse und Information, Bausparkasse Schwäbisch Hall AG

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