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Sharing Economy – Gilt der Trend zum Teilen auch beim Wohnen?

Ob Autos, Musik oder Ferienhäuser – der Trend geht zum Teilen. Sharing Economy ist der Fachbegriff dafür. Das Prinzip wird auch hierzulande immer beliebter: Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC nutzen vier von fünf Deutschen das Modell des Teilens statt Besitzens. Vor allem bei jungen Menschen ist die Tendenz steigend.

Sharing Economy – Woher kommt der Trend?

Das Prinzip des Teilens gibt es schon lange. Der Genossenschaftsgedanke etwa ist eine Form von Sharing Economy. Neu ist die Art der Umsetzung: Das Internet macht eine weltweite Vernetzung möglich. Prominente Beispiele sind das Teilen von Autos über CarSharing-Anbieter oder privat vermietete Zimmer oder Wohnungen über Plattformen wie Airbnb. Oft ist das Teilen von Dingen schlichtweg billiger. Vielen Menschen geht es dabei aber nicht nur um wirtschaftliche Vorteile. Sie legen Wert auf den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Das Miteinander-Teilen spielt als sozialer Aspekt auch eine wichtige Rolle.

Das Prinzip hat längst auch den Bereich Wohnen erreicht. Die Gründe liegen auf der Hand: Wohnraum in Deutschland ist knapp und teuer. Teilen kann in dieser Situation viele Vorteile verknüpfen: Gemeinsames Wohnen ist günstiger, bringt die Menschen zusammen – und ist mancherorts die einzige Alternative.

Von Wohngemeinschaften bis zum Collaborative Living

Aber wie lässt sich Wohnraum in der Praxis teilen? Wohngemeinschaften sind insbesondere unter Studenten und jungen Berufseinsteigern das wohl gängigste Beispiel. Immer populärer werden außerdem Baugemeinschaften. Gerade in Städten hat man die Möglichkeit, zusammen mit Anderen neuen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Wichtige Voraussetzung: Die Bauwilligen sollten ähnliche Vorstellungen haben, denn sie tragen gemeinsam Verantwortung für ein großes Projekt. Traut man sich die Arbeit allein nicht zu, kann eine professionell betreute Baugruppe die Lösung sein.

Eine weitere Option sind Wohngenossenschaften. Rund 2.000 davon gibt es in Deutschland. Der Vorteil: Man ist sowohl Eigentümer als auch Mieter und hat außerdem ein lebenslanges Wohnrecht. Langfristig ist diese Variante billiger als jahrelang zur Miete zu wohnen. Weiterer Pluspunkt: Die Anteile können weitervererbt werden Und sollte es frühzeitig zu einem Auszug kommen, werden sie wieder ausgezahlt. Noch ziemlich neu ist das Konzept Collaborative Living oder auch dezentrales Wohnen. In den Häusern, in denen das Prinzip gelebt wird, gibt es private Wohnräume für das Nötigste, alles andere wird in gemeinschaftliche Räume ausgelagert. Zum Teilen geeignet sind zum Beispiel die Küche, eine Gästewohnung oder eine gemeinschaftlich genutzte Werkstatt. So behält jeder weiterhin seinen Rückzugsort, teilt sich aber Wohnraum, den er ohnehin nur beschränkt nutzt. Hier zählt: Verfügbarkeit steht über Besitz.

Trotz aller Vorteile: Geteiltes Wohnen ist nicht jedermanns Sache, auch wenn sich dabei einiges sparen lässt. Wohnen, das eigene Zuhause, ist und bleibt für die meisten Menschen etwas sehr Privates. Ein Ort, der Geborgenheit und Sicherheit gibt und den auf Dauer nur Wenige teilen wollen. Das Credo Nutzen statt Besitzen ist also auch beim Wohnen – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – nur bedingt massentauglich.

#Expertenmeinung von Karsten Eiß, Presse und Information bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall

 

 

 

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Kathrin Milich, Referentin Presse und Information bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall)
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