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Nach dem Wohngipfel: Wohneigentum nicht vergessen!

Ein Gesetzespaket rund ums Wohnen, „das seinesgleichen sucht“ – das hatte die Bundeskanzlerin im Vorfeld des Wohngipfels angekündigt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Aus unserer Sicht besonders bemerkenswert:

  • Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben soll dafür sorgen, dass Bauland billiger an Kommunen abgeben wird, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
  • Die Gesetzesbündelung der Steuer- und Förderpolitik bei der energetischen Gebäudesanierung – sie könnte endlich wieder Schwung in den Modernisierungsmarkt bringen und helfen, die Klimaziele doch noch zu erreichen.
  • Die Förderung seriellen und modularen Bauens – ein erfolgversprechender Baustein, der insbesondere in Ballungszentren ein Baustein für neues bezahlbares Wohneigentum sein kann.

Doch: Bei allen Bemühungen um den Mietwohnungsbau darf die Politik den privaten Wohnungsbau nicht aus dem Blick verlieren. Jüngste Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Im ersten Halbjahr 2018 ist die Zahl der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser noch gesunken. Steigende Preise, fehlendes Bauland und vor allem zu wenig Eigenkapital hindern die Menschen am Erwerb der eignen vier Wände.

Dabei schafft das Wohnen im eigenen Haus für viele Menschen nicht nur individuell ersehnten Freiraum, es ist auch ein zentraler Teil ihrer privaten Altersvorsorge. Hinzu kommt, dass neu gebaute Eigenheime den angespannten Wohnungsmarkt entlasten. Denn wer in die eigene Immobilie zieht, macht gleichzeitig eine Mietwohnung frei – und die wird in diesen Zeiten dringend gesucht. Stichwort: Umzugsketten.

Wenn künftig mehr Menschen den Sprung in die eigenen vier Wände schaffen sollen, brauchen wir einerseits weniger Bürokratie. Hier können wir auf die beim Wohngipfel verabschiedeten Pläne hoffen. Haupthemmnis für Bauwillige ist aber andererseits mangelndes Eigenkapital. Eine neu geregelte Grunderwerbsteuer könnte hier Entlastung bringen: Schließlich betragen die Baunebenkosten mittlerweile zehn bis 15 Prozent des Kaufpreises – international ein absoluter Spitzenwert und angesichts immer höherer Immobilienpreise eine echte Belastung für Bauherren.

Wenn künftig mehr Menschen den Sprung in die eigenen vier Wände schaffen sollen, brauchen wir einerseits weniger Bürokratie. Hier können wir auf die beim Wohngipfel verabschiedeten Pläne hoffen. Haupthemmnis für Bauwillige ist aber andererseits mangelndes Eigenkapital. Eine neu geregelte Grunderwerbsteuer könnte hier Entlastung bringen.
Reinhard Klein, Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Schwäbisch Hall

Um langfristig Eigenkapital aufzubauen wird aber auch in Zukunft kein Weg am Vorsparen vorbei führen. Zur Erinnerung: Die Wohnungsbauprämie ist seit mehr als 20 Jahren auf dem gleichen Niveau – eine Anpassung an die Lohn- und Preisentwicklung ist daher mehr als geboten. Die Prämie ist ein wichtiger Anreiz für das zielgerichtete Sparen auf dem Weg in die eigenen vier Wände. Das gilt umso mehr in Zeiten niedriger oder fehlender Zinsen. Hinzu kommt: Das Vorsparen hält das System der Baufinanzierung in Deutschland stabil und senkt die Kreditkosten für den Immobilienerwerber. Deshalb ist der Satz aus dem Eckpunktepaper der Bundesregierung ein ganz wichtiger: „Die Wohnungsbauprämie behalten wir als Anreizinstrument insbesondere für junge Menschen, frühzeitig mit der Ansparphase zu beginnen, bei. Wir wollen sie attraktiver gestalten. Dazu wollen wir die Einkommensgrenzen an die allgemeine Einkommens- und Preisentwicklung anpassen und den Prämiensatz erhöhen.“

#Hausmeinung von Reinhard Klein, Vorsitzender des Vorstands der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG

 

 

 

 

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Kathrin Milich, Referentin Presse und Information bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall)
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