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Suffizientes Bauen – weniger ist mehr

Das eigene Haus – für viele Deutsche eine Investition fürs Leben. Potenzielle Bauherren möchten natürlich am liebsten alle ihre Wohnträume verwirklichen: Kompromisse bei Größe oder Gestaltung passen dabei nicht recht ins Konzept. Am besten sollte auch alles auf einmal umgesetzt werden – man baut ja schließlich nur einmal, lautet das Credo.

Wer gedanklich so startet, blendet das Finanzielle zunächst aus – und übernimmt sich womöglich. Deshalb sollten sich Bauherren frühzeitig mit der Frage beschäftigen: „Was benötige ich wirklich, um glücklich zu leben?“ Suffizientes Bauen heißt das Stichwort. Es schont nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Brauche ich also wirklich zehn Quadratmeter mehr im Wohnzimmer, um dort alle zehn Jahre gemütlich einen runden Geburtstag zu feiern? Ehrlich betrachtet: Nein. Denn rechnet man die Kosten für Bau und Unterhalt mit ein, ist es unterm Strich günstiger, jedes Jahr mehrfach Gäste in ein gutes Restaurant zum Feiern einzuladen – und das Aufräumen spart man sich dann auch.

Suffizienz bedeutet nicht auf etwas zu verzichten, das man braucht."
Sven Haustein

Begehbare Kleiderschränke, eine Wellness-Oase mit Sauna, Doppelgarage und großes Gästezimmer: Muss das alles wirklich sein? Schließlich entlastet jeder eingesparte Quadratmeter das Budget um 1.500 bis 5.500 Euro – je nach verwendeten Baumaterialien. Die langfristig eingesparten Heizkosten sind dabei noch nicht einmal mit eingerechnet. Ein geräumiger Kleiderschrank, die Dusche mit Massage-Brause, ein Carport und die ausziehbare Couch im Wohnzimmer sind in jedem Fall günstiger zu haben und bieten denselben Nutzen.

Suffizienz bedeutet nicht auf etwas zu verzichten, das man braucht. Es bedeutet vielmehr, sich bewusst darüber zu werden, was man wirklich zum Leben benötigt – ohne dabei Verzicht zu empfinden. Wer zum Glücklichsein einen Whirlpool oder aufwendig gestaltete Gauben braucht, der sollte sich diese Träume erfüllen. Was nicht sofort umgesetzt werden kann, lässt sich zu einem späteren Zeitpunkt nachträglich anbauen oder nachrüsten. Bis dahin heißt es sparen. Das Aufschieben kann dabei durchaus einen positiven Nebeneffekt haben: Der Wert des Wunschobjekts wird einem so noch einmal vor Augen geführt und die spätere Nutzung intensiver erlebt. Am Ende hat man vom anfänglichen Verzicht dann vielleicht sogar mehr.

#Expertenmeinung von Sven Haustein, Architekt und Energieberater

 

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Kathrin Milich, Referentin Presse und Information bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall)
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